Kindergarten in Coronazeit

Einander nah sein… und doch fern…Kindergartenalltag in Zeiten von Corona

Es war der 16.März 2020 als ein kleines Virus das gesamte sortierte und strukturierte Leben in der Einrichtung im Kindergarten Rampendal erst einmal auf den Kopf gestellt hat und wir lernen mussten damit umzugehen. Das Kindergartenleben neu sortieren, unzählige Fragen von außen beantworten, unzählige Fragen im eigenen Kopf bewegen, auf die es keine Antworten gab. Doch was bedeutet es für die Arbeit einer Kindertageseinrichtung, in einem Familienzentrum in dem wir durch unseren Beruf als Erzieher täglich mit vielen Menschen zusammen sind? Ein Ort an dem wir jeden Tag 45 Kinder plus Eltern begrüßen, an dem Bildungsarbeit stattfindet für Kinder, Eltern und Familien zusammen mit unzähligen Kooperationspartnern? Alles stillgelegt? Still? In unseren Köpfen und Herzen herrschte keinerlei Stille. Alles in Aufruhr, in Unsicherheit und stellenweise Angst! Betretungsverbot für Eltern und für andere! Betretungsverbot? Wie kann es gelingen den Kontakt zu allen Familien und Kooperationspartnern zu halten? Von Anfang an die Nähe suchen, den Kontakt halten, das war uns wichtig. So haben wir neben all den Telefonaten viele Briefpakete geschnürt. Das Ergebnis waren glückliche Rückmeldungen von Kindern und Eltern, die schon sehnsüchtig darauf gewartet hatten, ihre „Kindergartenpost“ mit lieben Briefen, Aufgaben und kreativen Angeboten, Texten Gedichten und Gebeten im Briefkasten zu finden. Antworten sind zurückgekommen und so haben viele gemalte Regenbogen die kleinen Scheiben im Rampendal wieder bunt gemacht und hoffnungsvoll.                                                                                                      Bis zum 15. Mai wurden nur einige Kinder in der Einrichtung betreut, weil anfangs nur wenige Eltern systemrelevant waren. Da war die kleine Einrichtung im Rampendal 7 plötzlich sehr groß. Die Kinder haben nach ihren Freunden und ihren Erzieherinnen gefragt, sie haben die engmaschige Betreuung aber auch genossen. Von 8 Mitarbeiterinnen 4 in der Risikogruppe eingestuft! Betreuung mit der halben Besetzung, arbeiten im Schichtwechsel, der auf Grund sich täglich ändernder Kinderzahlen angepasst werden musste. Die Mitarbeiterinnen im Homeoffice mit vielen Aufgaben versorgen, Online Seminare besuchen, sich mit Bildungsarbeit beschäftigen, Dienstbesprechungen vorbereiten für den Tag x, an dem das Gesamtteam wieder tagen darf. Nähe auf Abstand! Mit Maske!                                 Ab dem 08.06. durften wieder alle Kinder im eingeschränkten Regelbetrieb betreut werden. Jedoch: Gleiches Virus aber neue Bedingungen, neue Forderungen und neue Anweisungen befolgen. Die Kindergruppen und Mitarbeiter im Haus und im Garten bei allen alltäglichen Handlungen strikt voneinander trennen, um Infektionsketten nachvollziehen zu können und flächendeckende Ansteckung zu vermeiden. Betretungsverbot für Eltern, dadurch natürlich ein erhöhter Personaleinsatz, weil jedes Kind zu einer anderen Zeit gebracht und abgeholt wird. Ab dem 17.08. dann vorgezogene Aufnahme des Regelbetriebs mit den gewohnten Öffnungszeiten. Die Eltern durften zu dieser Zeit wieder bis in den Eingangsbereich, mit Maske! Nur ein kurzer Aufenthalt in der Einrichtung war möglich. Beziehungsarbeit auf Abstand – was für eine Forderung und welch ein Widerspruch in sich. Auch wenn viele Veranstaltungen wie der Verabschiedungsgottesdienst in unserer Gemeinde nicht stattfinden konnten, haben die Mitarbeiterinnen in Höchstleistung dafür gesorgt, dass die Kinder ihre Kindergartenzeit genießen konnten. Eine herausfordernde Zeit liegt hinter allen – hoffentlich weiterhin von guten Mächten wunderbar geborgen.

Stefanie Senge