Zusammenarbeit Lemgoer Kirchengemeinden im Blick

Zusammenarbeit Lemgoer Kirchengemeinden im Blick

Zusammenarbeit Lemgoer Kirchengemeinden im Blick

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Zusammenarbeit Lemgoer Kirchengemeinden im Blick

Vertreterinnen und Vertreter mehrerer Lemgoer Kirchengemeinden haben sich am 4. März zu einem Austausch über die zukünftige Zusammenarbeit getroffen. Kirchenvorstände aus Brake, St. Johann, Lieme, St. Marien, St. Nicolai und St. Pauli kamen dazu im „anno 1578“ in der Lemgoer Innenstadt zusammen. 

Das Treffen fand im Rahmen des landeskirchlichen Prozesses der regiolokalen Kirchenentwicklung statt. Dabei geht es darum, die Stärken der einzelnen Gemeinden vor Ort zu bewahren und zugleich neue Formen der Zusammenarbeit zu entwickeln. Moderiert wurde das Treffen von Joachim Höper, Vorsitzender des Kooperationsausschuss der Gemeinde St. Nicolai.

Anlass für die Gespräche waren gute Erfahrungen der Zusammenarbeit von Ehrenamtlichen in Vorbereitung und Feiern des diesjährigen Neujahrsgottesdienst aller Lemgoer Stadtgemeinden. Thema war die Jahreslosung aus Offenbarung 21,5: "Gott spricht: Siehe ich mache alles neu!". Es kam dort der Wunsch auf, dass sich aus jeder Kirchengemeinde zwei Kirchenvorstände einmal treffen, um sich über Möglichkeiten von Kooperation und Zusammenarbeit auszutauschen. Ein erstes Treffen fand Ende Januar statt und schnell wurde klar, wir möchten größer denken und haben in einem ersten Schritt die Kirchenvorstände der Gemeinden in Lieme und Brake zu einem zweiten Treffen dazu eingeladen. 

Chancen der Zusammenarbeit

In Gesprächen und gemeinsamen Reflexionsfragen sammelten die Teilnehmenden zunächst ihre Erwartungen an eine stärkere Kooperation. Viele sehen darin große Chancen: Gemeinden können ihre Erfahrungen und Kompetenzen stärker miteinander teilen, Angebote besser aufeinander abstimmen und Aufgaben gemeinsam organisieren. Auch die Sichtbarkeit der Kirche im Stadtleben könnte durch gemeinsame Initiativen wachsen.

Ein weiterer Gedanke: Wenn Gemeinden enger zusammenarbeiten, können sie sich in bestimmten Bereichen auch stärker profilieren – etwa in der Kirchenmusik, in der diakonischen Arbeit oder in besonderen Veranstaltungsformaten.

Offene Fragen und Herausforderungen

Neben den Chancen wurden auch mögliche Schwierigkeiten angesprochen. Veränderungen können Unsicherheiten auslösen. Vielen ist wichtig, dass die gewachsenen Traditionen der einzelnen Gemeinden erhalten bleiben und dass Gemeindeglieder auf diesem Weg gut mitgenommen werden.

Auch Vertrauen und eine offene Kommunikation zwischen den Gemeinden spielen eine wichtige Rolle. Kooperation gelingt nur, wenn man bereit ist, voneinander zu lernen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.

Rolle der Kirchenvorstände

Ein wichtiges Ergebnis des Treffens war die gemeinsame Überzeugung, dass die Kirchenvorstände eine zentrale Rolle in diesem Prozess spielen. Sie können ihre Gemeinden informieren, den Dialog fördern und gemeinsam mit Hauptamtlichen nach neuen Perspektiven für kirchliches Leben in Lemgo suchen.

Blick nach vorn

Das Treffen diente auch der Vorbereitung für weiterer Gespräche. Am 18. März findet in Lemgo ein Treffen mehrerer Gemeinden aus dem Stadtkonvent statt, in dem zwei Gemeindeberater eine mögliche Prozessbegleitung für Regiolokale Kirchenentwicklung vorstellen. In den kommenden Monaten soll gemeinsam überlegt werden, welche Formen der Zusammenarbeit für die Gemeinden in Lemgo sinnvoll und hilfreich sein können.

Das Ziel ist klar: Kirche soll auch in Zukunft ein lebendiger Teil der Stadtgesellschaft bleiben und das Umland stärker mit einbeziehen. 

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Zum Bild: Gute Stimmung beim zweiten Treffen Ehrenamtlicher im Kirchenvorstand an Lemgoer Kirchengemeinden am 4. März 2026 im anno 1578 (v.l.n.r.): Joachim Höper (St. Nicolai) Moderation, Erika Rüter (Brake), Thorsten Holling (Brake), Lennart Grote (St. Johann), Meike Klocke (St. Johann), Hinrich Muhle (St. Marien), Heike Golz (St. Nicolai), Ines Engelke (St. Pauli), Robert Masopust (Lieme). 

Beim ersten Treffen am 26. Januar 2026 (leider ohne Foto) waren dabei: Christoph Barth (St. Johann), Dorothea Ruhe, Christian Simon (St. Marien), Joachim Höper, Heike Golz (St. Nicolai), Ines Engelke, Birgit Büngener (St. Pauli).
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Zum Hintergrund: Was ist regiolokale Kirchenentwicklung?

Die Lippische Landeskirche hat einen Prozess gestartet, in dem Kirchengemeinden ihre Zusammenarbeit stärker entwickeln sollen. Dieser Ansatz wird „regiolokale Kirchenentwicklung“ genannt.

Dabei geht es darum, zwei Dinge miteinander zu verbinden:

  • die Stärken der einzelnen Gemeinden vor Ort
  • und die Möglichkeiten der Zusammenarbeit in einer Region.

Gemeinden können Aufgaben teilen, Ressourcen wie z. B. Gebäude gemeinsam nutzen, Angebote gemeinsam gestalten oder sich in bestimmten Bereichen stärker profilieren. Ziel ist es, Kirche auch in Zukunft sichtbar und lebendig in den Städten und Dörfern zu halten. 

Informationen zum Zukunftsprozess der Lippischen Landeskirche:
https://zukunft-kirche-lippe.de

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